| Seite drucken

Technische und klinische Fragestellungen

 

Können sich Medikamente und Drogen auf die Ergebnisse auswirken?

Immunsuppressiva, die üblicherweise nach Organtransplantationen verabreicht werden, vermindern die Fähigkeit des Immunsystems zur Produktion von Antikörpern. Auch hohe Dosen von Steroiden wirken sich auf die Antikörperproduktion aus. Bei jeglichen Zweifeln wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

 

Muss ich das Kapillarröhrchen vollständig mit Blut befüllen?

Ja, das empfiehlt sich, da dies der exakten, für den Test erforderlichen Blutmenge entspricht. Wenn Sie es nicht ganz befüllen, kann es sein, dass die positiven Ergebnisse aufgrund der stärkeren Verdünnung des Blutes schwächer angezeigt werden als dies der Fall sein sollte.

 

Ich bin anscheinend nicht in der Lage, ausreichend Blut für eine vollständige Befüllung des Kapillarröhrchen zu entnehmen.

Was kann ich tun?

Unter ungewöhnlichen Umständen, wenn das Blut nicht zum Befüllen des Kapillarröhrchens ausreicht und die zwei gelieferten Lanzetten verwendet wurden, kann eine telefonische Kontaktaufnahme zwecks Ersatzlieferung von Kapillarröhrchen und Lanzetten nötig werden. Es ist wichtig, dass Ihre Hände warm sind und Sie Ihren Finger für die Entnahme vor Einsatz der Lanzette gründlich massiert haben.

 

Muss ich das Blut zu einer bestimmten Tageszeit entnehmen?

Nein, die Blutentnahme kann zu jeder Tageszeit erfolgen.

 

Was kann ich tun, wenn ich außerstande bin, eine Blutprobe durch Anstechen des Fingers zu entnehmen?

Manchen Menschen fällt es schwer, eine Blutprobe zu nehmen. In diesem Fall kann vielleicht eine andere Person behilflich sein.

 

Ich habe ein Nahrungsmittel über einen längeren Zeitraum gemieden. Wird dieses Nahrungsmittel trotzdem vom Test angezeigt?

Es ist möglich, dass die Antikörperwerte erheblich zurückgegangen sind, wenn Sie komplett auf das betreffende Nahrungsmittel verzichtet haben. Daher kann es sehr wahrscheinlich sein, dass durch den Test keine Antikörper nachgewiesen werden können. Wenn Sie heraus finden möchten, ob Sie dieses Nahrungsmittel jetzt vertragen und der Meinung sind, dass Sie die eventuell auftretenden Symptome verkraften können, können Sie für fünf bis sieben Tage täglich eine Portion des Nahrungsmittels konsumieren, bevor Sie das Blut entnehmen. Wenn Sie jedoch wissen, dass das betreffende Nahrungsmittel bei Ihnen extreme Symptome hervorrufen könnte, sollten Sie ganz auf seine Wiederaufnahme in Ihren Speiseplan verzichten.

 

Was bedeutet IgG?

IgG steht für Immunoglobulin G. Immunoglobuline sind vom Immunsystem produzierte Antikörper, die als Reaktion auf in den Körper eindringende Fremdkörper/Fremdstoffe entstehen. Es gibt verschiedene Typen der Immunoglobuline, die bekanntesten sind IgA, IgE, IgG und IgM.

 

Was ist ein Antikörper, und worin unterscheiden sich IgG- und IgE-Antikörper?

Ein Antikörper ist ein spezialisiertes Protein, das vom Immunsystem des Körpers produziert wird, wenn Fremdkörper/Fremdstoffe (wie z.B. Viren, Bakterien und Toxine) in den Körper eindringen. Sie werden von speziellen weißen Blutzellen, den B-Lymphozyten, als Verteidigung gegen diese Fremdkörper/-stoffe produziert. IgE-Antikörper gehören zu einem Antikörpertyp, den man zumeist in der Haut, in der Nase, den Wänden der Atemwege und Lunge findet, und der üblicherweise bei den klassischen Allergien produziert wird. Die IgG-Antikörper sind der Typ von Antikörpern, die durch den FoodDetective Test auf verzögerte Nahrungsmittelallergie Typ III nachgewiesen werden. Es wurde im Rahmen verschiedener nicht von der Schulmedizin akzeptierter Studien gezeigt, dass die Symptome zurückgehen können, wenn die Nahrungsmittel aus der Ernährung ausgeklammert werden, die hohe IgG-Werte verursachen.

 

Warum können Nahrungsmittel eine IgG-Reaktion verursachen?

Normalerweise werden Nahrungsmittel während der Verdauung in ihre Bestandteile zersetzt, z.B. in Aminosäuren, Glyceride etc.. Diese passieren den Darm und wandern in den Blutkreislauf, ohne Schäden zu verursachen. Manchmal können kleine Fragmente von nur teilweise oder nicht verdauten Nahrungsmitteln durch die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen, wo sie vom Immunsystem als "fremd" erkannt werden. Das Immunsystem reagiert durch Produktion von Antikörpern (IgGs). Bei manchen Patienten gelingt es den teilweise verdauten Nahrungsmitteln auch aufgrund von Entzündungen oder Reizungen der Darmwände in den Blutkreislauf zu gelangen. Diese Krankheit wird als "leaky gut syndrome" (pathologisch durchlässige Darmwand) bezeichnet. Patienten mit dieser Erkrankung haben typischerweise hohe Antikörperwerte für viele verschiedene Nahrungsmittel.

 

Warum werden Zucker, Alkohol etc. nicht vom Test berücksichtigt?

Verzögerte Nahrungsmittelallergien Typ III, die durch IgG-Tests nachgewiesen werden können, werden durch Proteine und die gegen sie gerichteten Antikörper verursacht. Zucker und Alkohol sind keine Proteine.

 

Können die IgG-Werte hoch bleiben, selbst wenn man keines der betreffenden Nahrungsmittel über einen längeren Zeitraum konsumiert hat?

Werden die Nahrungsmittel vollständig über einen längeren Zeitraum nicht konsumiert, sollten keine IgG-Werte mehr nachweisbar sein. Oft ist es allerdings schwierig vollständig auf bestimmte Nahrungsmittel wie Weizen, Milchprodukte und Mais zu verzichten, da diese als Zusatzstoffe in verarbeiteten Nahrungsmitteln oder Kosmetika zum Einsatz kommen. Die Antikörper-Werte können daher auch mehrere Jahre nach der Aufnahme des Nahrungsmittels oder dem Kontakt damit im nachweisbaren Bereich liegen, weil fälschlicherweise ein vollständiger Verzicht angenommen wurde.

 

Mir wurde gesagt, ich solle das Nahrungsmittel "x" von meinem Speiseplan streichen, obwohl ich es seit Jahren nicht verzehrt habe; warum habe ich trotzdem einen hohen IgG-Wert?

Das liegt höchstwahrscheinlich daran, dass Sie entweder
a) "x" ohne Ihr Wissen mit anderen Nahrungsmitteln aufgenommen haben, oder
b) Nahrungsmittel aus derselben Nahrungsmittelgruppe verzehrt haben und diese eine Antikörperproduktion verursacht haben, oder
c) von anderen Nahrungsmitteln angeregte Antikörper bei dem Test auch auf "x" reagieren, also eine Kreuzreaktion zeigen.

 

Wie weiß ich denn in diesem Fall, ob die anderen Ergebnisse nicht auch auf derartige Kreuzreaktionen zurück zu führen sind?

Das kann der Fall sein, jedoch wird Ihr Ernährungsspezialist zunächst den Verzicht auf die vom Test identifizierten Nahrungsmittel empfehlen.

 

Sollte ich dann diese Ergebnisse ignorieren?

Nein. Bitten Sie Ihren Ernährungsspezialisten, Ihnen zu sagen, welche der von Ihnen verzehrten Nahrungsmittel zu derselben Nahrungsmittelgruppe wie "x" gehören und möglicherweise die Antikörperproduktion angeregt haben. Ihr Ernährungsspezialist schlägt dann vielleicht vor, dass Sie auf diese Nahrungsmittel ebenfalls verzichten.

 

Ist es möglich, dass man zwar hohe IgG-Werte, aber keine Symptome hat?

Ja, manche Menschen haben für bestimmte Nahrungsmittel hohe IgG-Werte, leiden jedoch an keinerlei Symptomen. Das liegt möglicherweise daran, dass sie über ein extrem effizientes Immunsystem verfügen, das die Antigen-Antikörperkomplexe beseitigen, bevor sich diese in den Geweben ablagern und Probleme verursachen können.

 

Muss ein Leaky-Gut-Syndrom geheilt werden, bevor diese Nahrungsmittel erneut ohne Symptome verzehrt werden können?

Ja.

 

Wenn Nahrungsmoleküle durch die Darmwand gelangen können, warum führen manche zu verzögerter Nahrungsmittelallergie Typ III und andere nicht?

Zwei Hauptfaktoren können für die Ausbildung einer verzögerten Nahrungsmittelallergie Typ III durch IgG-Antikörper verantwortlich sein: Der Mengenanteil eines bestimmten Nahrungsmittels an der Ernährung und seine Fähigkeit zur Anregung einer Antikörperproduktion. In großen Mengen konsumierte Nahrungsmittel können häufiger Antikörperproduktion, Antigen-Antikörper-Komplexe und Symptome zur Folge haben. Einige Nahrungsmittel sind stärker "immunogen" als andere, d.h. sie haben eine größere Fähigkeit, eine Antikörperproduktion hervorrufen zu können.

 

Wodurch wird bestimmt, welche Substanzen durch die durchlässige Darmwand gelangen?

Durch die Zusammensetzung Ihrer Ernährung und die Größe der Nahrungspartikel. Weiterhin benötigen Minerale Trägermoleküle, die bei Menschen mit dem Leaky-Gut-Syndrom jedoch oft beeinträchtigt sind. Das kann bei diesen Personen zu Mineralmangel führen.

 

Was ist ein Leaky-Gut-Syndrom?

Das Leaky-Gut-Syndrom ist eine Krankheit, bei der sich zwischen den Zellen der Darmwand große Zwischenräume entwickeln, wodurch große Mengen nur teilweise verdauter Nahrung in den Blutkreislauf gelangen können. Die Symptome dieser Erkrankung sind zahlreich und unterschiedlich, z.B.: Bauchschmerzen, Sodbrennen, Schlaflosigkeit, Blähungen, Angstzustände, Glutenunverträglichkeit, Unterernährung, Muskelkrämpfe und -schmerzen, schlechte körperliche Ausdauer und Nahrungsmittelallergien.

 

Warum können große Mengen von IgG-Antikörpern Symptome verursachen?

Wenn ein Nahrungsmittel im Körper die Produktion großer Mengen IgG auslöst, dann können sich diese Antikörper und das Protein aus dem Nahrungsmittel verbinden und bilden so einen "Antigen-Antikörper-Komplex". Diese Komplexe werden normalerweise von anderen Zellen des Immunsystems beseitigt. Ist das Immunsystem jedoch überlastet, können sich diese unlöslichen Moleküle in verschiedenen Bereichen des Körpers ablagern, z.B. in Lungengewebe, Kopf, Magen-Darmtrakt, Haut und Gelenken, wo sie Symptome wie Kopfschmerzen, Asthma, Reizdarmsyndrom, Ekzeme und Ausschläge sowie Arthritis hervorrufen können.